Brau­che ich eine
Berufs­un­fä­hig­keits­ver­si­che­rung?

Eine Fra­ge, die sich jeder wahr­schein­lich schon min­des­tens ein­mal im Leben gestellt hat, nach der Fra­ge „Wel­che Ver­si­che­run­gen brau­che ich eigentlich“?

Da sind wir also und ich kann dir eines Sagen: Ja, ich per­sön­lich zäh­le die Berufs­un­fä­hig­keits­ver­si­che­rung zu den exis­tenz­si­chern­den Ver­si­che­run­gen. Wie­so, wes­halb, war­um – das erklä­ren ich euch im heu­ti­gen Blogbeitrag.

Was eine Berufs­un­fä­hig­keits­ver­si­che­rung ist?

Eigent­lich ist es ganz sim­pel. Die Berufs­un­fä­hig­keits­ver­si­che­rung zahlt dir eine Ren­te, also eine monat­li­che Sum­me, falls du auf Grund eines Unfalls, einer Krank­heit, psy­chi­schem Lei­den & Co nicht mehr in dei­nem zuletzt aus­ge­üb­ten Beruf arbei­ten kannst. Hier gibt es eine Gren­ze, wenn du nur noch weni­ger als 50% arbei­ten kannst. Laut Sta­tis­ta liegt die Wahr­schein­lich bis zur Ren­te berufs­un­fä­hig zu wer­den je nach Alters­grup­pe zwi­schen 29 und 43 Pro­zent. Gar nicht so wenig.

Jetzt wür­de der ein oder ande­re sagen: Ja aber Hava, es gibt ja auch die gesetz­li­che Erwerbs­ge­min­der­ten Ren­te in Deutsch­land. Ja das ist abso­lut wahr. Die Fra­ge ist aber wie sie defi­niert ist und wann sie leis­ten wür­de. Schau­en wir uns das Gan­ze genau­er an.

Der Denk­feh­ler: Erwerbs­un­fä­hig­keit ist NICHT GLEICH Berufs­un­fä­hig­keit. Ein Denk­feh­ler der viel kos­tet. Erwerbs­un­fä­hig lauf gesetz­li­cher Defi­ni­ti­on ist man erst, wenn man nur noch unter 3h am Tag arbei­ten kann IN JEDEM BERUF. Also, wenn du viel­leicht psy­chisch krank wirst und zum Bei­spiel nicht mehr als Lehrer*in arbei­ten kannst, dann kann es sehr wahr­schein­lich sein, dass Vater Staat sagt: Du kannst noch arbei­ten, und zwar Brie­fe stem­peln, denn da hat man nicht viel Men­schen­kon­takt etc. Das ist nicht so schön. War­um? Weil du wahr­schein­lich deut­lich weni­ger ver­dienst als in dei­nem alten Beruf, also finan­zi­el­le Ein­bu­ßen hast (stell dir vor du hast Kin­der und einen Haus­kre­dit bzw. gewis­sen Lebens­stan­dard) und weil es sehr ernied­ri­gend sein kann.

Zudem fällt die Erwerbs­ge­min­der­ten Ren­te sehr gering aus, weil sie sich an dei­ner gesetz­li­chen Ren­te gekop­pelt. Du musst min­des­tens 5 Jah­re in die gesetz­li­che Ren­te ein­be­zahlt haben und hast min­des­tens drei Jah­re Pflicht­bei­trä­ge bei der deut­schen Ren­ten­ver­si­che­rung gezahlt. Die Ren­te fällt sehr gering aus. In der Ren­ten­in­for­ma­ti­on wird dies häu­fig mit ange­ge­ben. Im Durch­schnitt betrug die in 2019 in West­deut­lich 842 €. Nicht so ein­fach damit einen Lebens­un­ter­halt zu bestrei­ten, unge­ach­tet der Abzüge.

War­um du eine Berufs­un­fä­hig­keits­ver­si­che­rung brauchst?

Genau auf Grund die­ser zwei Grün­de brauchst du eine Berufs­un­fä­hig­keits­ver­si­che­rung. Denn hier besteht ein hohes finan­zi­el­les Risi­ko für dich. Du weißt nie, was im Leben pas­siert und die meis­ten von uns sind abhän­gig von ihrer Arbeits­kraft. Außer du hast im Lot­to gewon­nen und in den nächs­ten zwei Jah­ren war­tet ein gro­ßes Erbe auf dich. Dann kannst du den Arti­kel getrost ver­las­sen. Alle ande­ren müs­sen sich erst ein­mal ein Ver­mö­gen in der Regel AUS IHREM Gehalt und ihrer Arbeits­kraft auf­bau­en, um für sich im Fal­le einer Erwerbs­un­fä­hig­keit zu sorgen.

Jetzt kommt viel­leicht dein Ein­wand: „Aber Hava, was soll mir denn pas­sie­ren, ich sit­ze den gan­zen Tag am Schreib­tisch“. Abge­se­hen davon, dass Sit­zen das neue Rau­chen ist, ist der häu­figs­te sta­tis­ti­sche Grund für eine Berufs­un­fä­hig­keit nicht der Unfall auf der Bau­stel­le – nein, nein. Es sind laut Gesamt­ver­band deut­scher Ver­si­che­rungs­wirt­schaft 2020 in 29% der Fäl­le psy­chi­sche Erkran­kun­gen. Gefolgt von 19% am Bewe­gungs­ap­pa­rat und 18% Krebs. Der Unfall liegt ledig­lich bei 9%.

Ich wür­de mal behaup­ten, dass psy­chi­sche Erkran­kun­gen auch vor dem Lap­top pas­sie­ren können.

Die BU ist also für jeden, der von sei­nem Arbeits­ein­kom­men und sei­ner Arbeits­kraft abhän­gig ist, wichtig. 

Was kos­tet eine Berufsunfähigkeitsversicherung

Das ist eine Fra­ge, die man lei­der über­haupt nicht pau­schal beant­wor­ten kann. Da sieht man mal wie­der, wie indi­vi­du­ell das The­ma Finan­zen und Ver­si­che­run­gen für jeder­mann ist. Denn der Ver­si­che­rungs­bei­trag ist abhän­gig von der Risi­koklas­se, in der du ein­ge­stuft wirst.

Die Risi­koklas­se hängt wie­der­um zusam­men mit dei­nem jet­zi­gen Beruf, dei­nem Alter, dei­ner Gesund­heit, dei­nen Vor­er­kran­kun­gen, dei­nen Hob­bies, die Höhe der ver­ein­bar­ten Ren­te und die Ver­trags­ge­stal­tung, die du dir wünschst.

  • Beruf: Ein Mau­rer wird mehr bezah­len müs­sen als ein Büro­an­ge­stell­ter, Stu­dent oder Schüler
  • Alter: Je älter des­to teu­rer die BU
  • Gesund­heit / Vor­er­kran­kun­gen: Je mehr chro­ni­sche Krank­hei­ten, des­to teu­rer und aus­schluss­rei­cher die BU. Hier kommt es auch ganz dar­auf an, wel­che Krank­hei­ten und in wel­che Kom­bi­na­ti­on man sie hat. Es gibt eini­ge Krank­hei­ten, die zu einem Aus­schluss in der BU füh­ren. Vie­le psy­chi­sche Erkran­kun­gen und Behand­lun­gen, Rheu­ma etc. Des­halb ist ein Exper­te immer wich­tig. Es gibt kei­ne 0815 Berufs­un­fä­hig­keit und Antrag.
  • Hob­bies: Motor­rad­fah­rer, Spring­rei­ter und ande­re Extrem­sport­ler zah­len mehr als weni­ger gefähr­li­che Hob­bies. Zum Teil kommt es auch hier zu Aus­schlüs­sen. Sprich, dass die Ver­si­che­rung sagt: „Ohje, wenn der Spring­rei­ten geht, dann sichern wir das nicht mit ab, denn das Risi­ko ist zu hoch“
  • Höhe der Ren­te: Je höher die gewünsch­te Ren­te, des­to teu­rer natürlich
  • Ver­trags­ge­stal­tung: Eine zusätz­li­che Absi­che­rung bei Arbeits­un­fä­hig­keit und Leis­tungs­dy­na­mik wird dich leicht mehr kosten

Du siehst also, ein Check24 gene­rier­ter Ver­trags­vor­schlag sagt so viel aus über die tat­säch­li­che Bei­trags­hö­he wie ein Bar­code ohne Preis auf einem Produkt.

Wor­auf soll­te ich ach­ten bei der Berufsunfähigkeit?

Auch bei der BU gilt: Ver­si­che­rung ist nicht gleich Ver­si­che­rung. Bedin­gun­gen kön­nen sich prin­zi­pi­ell unter­schei­den, wann die Berufs­un­fä­hig­keit greift, was viel­leicht aus­ge­schlos­sen wird. Die Nuan­cen sind hier fein, sie sind aber da und sie sind wich­tig zu ver­ste­hen, weil sie schluss­end­lich eine Bedeu­tung für die eige­ne Absi­che­rung haben.

Für Beam­te und Beam­ten­an­wär­ter kann eine Dienst­un­fä­hig­keits­klau­sel bei­spiels­wei­se Sinn machen, die­se ist nicht in jedem Ver­trag per se ent­hal­ten und nicht jede Klau­sel ist eine „ech­te“ Klau­sel. Hier ist die indi­vi­du­el­le Bera­tung Goldwert.

Zudem gibt es ver­schie­de­ne Fein­hei­ten in der Ver­trags­aus­ge­stal­tung, die für den einen Sinn machen kön­nen, für den ande­ren weni­ger. Sie rei­chen über Arbeits­un­fä­hig­keit, Bei­trags­dy­na­mik, Leis­tungs­dy­na­mik, Pfle­ge­klau­sel und so wei­ter. Für den Infla­ti­ons­aus­gleich macht die Bei­trags- als auch Leis­tungs­dy­na­mik mei­ner Mei­nung nach Sinn. Bei der Arbeits­un­fä­hig­keits- und Pfle­ge­klau­sel soll­te sich der indi­vi­du­el­le Fall genau­er ange­se­hen wer­den. Das sind Nice-to-haves, die bestimm­ten Berufs­grup­pen einen zusätz­li­chen Schutz bieten.

Macht eine Kop­pe­lung mit einer Ren­ten­ver­si­che­rung Sinn?

Das ist ein The­ma für sich. Hier­zu wird es noch einen aus­führ­li­chen Blog­bei­trag geben. In den meis­ten Fäl­len macht es aber über­haupt kein Sinn. Denn man kom­bi­niert hier zwei ver­schie­de­ne Risi­ken mit­ein­an­der, die unter­schied­li­che Ein­tritts­wahr­schein­lich­kei­ten haben: Ren­te (hohe Wahr­schein­lich­keit) und Berufs­un­fä­hig­keit. In der Regel sind die Tari­fe teu­rer und die Kon­di­tio­nen für bei­des schlech­ter als in getrenn­ten Lösun­gen. Hin­zu kommt, dass wenn man sei­ne Ren­ten­ver­si­che­rung ggf. still­le­gen oder pau­sie­ren möch­te, man damit direkt auch die Berufs­un­fä­hig­keits­ver­si­che­rung still­legt. Nicht unbe­dingt das Bes­te was man tun soll­te. Einen genau­en Ver­gleich gibt es in einem sepa­ra­ten Blogbeitrag.

Wie fin­de ich die pas­sen­de Berufsunfähigkeitsversicherung?

Bei einer Berufs­un­fä­hig­keits­ver­si­che­rung emp­feh­le ich immer eine Bera­tung. Wir sind bei­spiels­wei­se eine unab­hän­gi­ge Anlaufstelle.

Gene­rell soll­test du dar­auf ach­ten, dass du zu einem Mak­ler gehst, der an kei­ne bestimm­te Ver­si­che­rung gebun­den ist und unab­hän­gig arbei­tet. Zudem soll­te die Bera­tung kom­pe­tent sein und mit dir dei­nen Gesund­heits­ver­lauf rich­tig auf­ar­bei­ten, sodass kei­ne Feh­ler pas­sie­ren – denn die­se kön­nen für dei­nen Ver­si­che­rungs­schutz und dei­ne soge­nann­te vor­ver­trag­li­che Anzei­ge­pflicht fatal sein. Dafür hilft auch ein Blick in dei­ne Pati­en­ten­ak­te, wel­che wir in der Regel gemein­sam anfor­dern und mit einer anony­men Risi­ko­vor­anfra­ge kombinieren.

Was bringt die anony­me Risi­ko­vor­anfra­ge? Wir kön­nen meh­re­re Ver­si­che­rer anfra­gen und anonym sehen, zu wel­chen Bedin­gun­gen du ange­nom­men wirst, was sehr wich­tig ist, wenn es bei­spiels­wei­se vie­le Vor­er­kran­kun­gen gibt. So wer­den dei­ne Daten und mög­li­che Ableh­nun­gen nicht beim Ver­si­che­rer in der HIS Datei gespei­chert. Das könn­te näm­lich sonst zur Ableh­nung bei ande­ren Ver­si­che­rern führen.

Der Pro­zess beinhal­tet also viel sau­be­re und kom­pe­ten­te Arbeit und soll­te nicht ein­fach auf die Schnel­le durch­ge­führt wer­den. Ja, es ist Arbeit. Aber am Ende genießt du so den per­fek­ten Schutz, da wir alles auf­ar­bei­ten und rich­tig ange­ben und musst dir kei­ne gro­ßen Gedan­ken machen.

Wann soll­te ich mich, um eine Berufs­un­fä­hig­keits­ver­si­che­rung kümmern?

Je frü­her und gesün­der, des­to bes­ser und güns­ti­ger der Tarif. Also so früh wie mög­lich, am bes­ten als Schü­ler, Azu­bi oder Stu­dent bezie­hungs­wei­se als Berufsanfänger.

Alter­na­ti­ven zur Berufsunfähigkeitsversicherung

Die Berufs­un­fä­hig­keit ist auf Grund ihrer Ver­si­che­rungs­be­din­gun­gen die ers­te Wahl bei der Absi­che­rung des Ein­kom­mens. Für den ein oder ande­ren kann die BU aber unver­hält­nis­mä­ßig zum Ein­kom­men teu­er wer­den, bei­spiels­wei­se bei Beru­fen mit hohem Anteil an kör­per­li­cher Arbeit. Ein ande­rer bzw. eine ande­re krie­gen viel­leicht auf Grund ihrer Vor­er­kran­kun­gen und psy­chi­schen Krank­hei­ten kei­ne Berufs­un­fä­hig­keits­ver­si­che­rung. Hier kön­nen Alter­na­ti­ven Sinn machen. Bei­spiels­wei­se eine Kom­bi­na­ti­on aus Unfall­ver­si­che­rung und Kran­ken­ta­ge­geld­ver­si­che­rung, eine Erwerbs­ge­min­der­ten Ver­si­che­rung oder auch eine Grundfähigkeitsversicherung.

Fazit

Alle die nicht Dago­bart Duck sind brau­chen eine Berufs­un­fä­hig­keits­ver­si­che­rung. In jun­gen Jah­ren ist der Abschluss beson­ders vor­teil­haft. Eine per­sön­li­che Bera­tung macht bei der Berufs­un­fä­hig­keits­ver­si­che­rung abso­lut Sinn. Ach­te auf die Qua­li­tät der Bera­tung. Eine anony­me Risi­ko­vor­anfra­ge ist bei kri­ti­schen Vor­er­kran­kun­gen ein Must-Have und auch ein Blick in die Pati­en­ten­ak­te uner­läss­lich. Zum Schluss gab es auf eine simp­le Fra­ge eine kom­pli­zier­te Ant­wort, die aber in sim­pel aus­ge­drückt „JA, du brauchst eine“ bedeu­tet. Wir freu­en uns auf dei­ne Fra­gen und dein Ter­min bei uns!

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